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Grundsteinlegung der Zweifelder-Sporthalle in Bad Lausick

Am 16. Mai 2014 fand die Grundsteinlegung der Zweifelder-Sporthalle an der Oberschule „Werner Seelenbinder“ in Bad Lausick statt. Knapp drei Millionen Euro wird dafür investiert. Eine Million Euro steuert das Land Sachsen bei. Schon 2009 war die Sanierung der Turnhalle geplant. 450 000 Euro aus dem Konjunkturpaket  sollte dafür investiert werden. Das war aber nicht ausreichend und so wurde dieses Geld in die Sanierung der Oberschule umgeleitet, die auch dringend saniert werden musste. 2012 kam endlich der Fördermittelbescheid aus Dresden.  Nach einer langen Auseinandersetzung mit der Denkmalschutzbehörde gab es endlich „das grüne Licht“ für den Bau.

Kultusministerin Brunhild Kurth, Bürgermeister Josef Eisenmann, Landrat Gerhard Gey und CDU-Landtagsabgeordneter Svend-Gunnar Kirmes versenkten eine Edelstahl-Kapsel im Hallenfundament.  Ende September nächsten Jahres wird es mit der Vollendung des Baus gerechnet.      

Zschadraßer Schandfleck verschwindet

Verwaister Block einstiger Klinikmitarbeiter vor Abriss / Innenstaatssekretär übergibt Fördermittelbescheid über 72 000 Euro.

Colditz/Zschadraß. “Nur Zelten ist billiger”, mit diesem zugegeben markigen Spruch wird in Zschadraß um Mieter geworben. Dennoch stehen nicht wenige der Wohnungen in den sanierten Blöcken aus DDR-Zeiten leer. Das könnte sich ändern, sobald der Schandfleck des Areals beseitigt ist. Dessen Tage sind gezählt: Der direkt an der Zschadraßer Hauptstraße befindliche, verwaiste Dreigeschosser 20 bis 26, dessen Fenster und Türen mit Brettern verbarrikadiert sind, soll bis zum Jahresende abgerissen werden. Gestern übergab Innenstaatssekretär Michael Wilhelm einen entsprechenden Fördermittelbescheid über 72 000 Euro an Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos). Der wird die Summe an die zuständige O. K. Haus- und Immobilienverwaltung GmbH weiterleiten.

Die 73-jährige Hannelore Schmiel kann sich noch gut erinnern, wie sehr sie sich damals gefreut hatte, eine der begehrten Wohnungen in dem Block für Klinikmitarbeiter beziehen zu dürfen: “Das war 1967 und ein Glücksfall für unsere Familie”, erzählt die Rentnerin, die als Friseurin in der Klinik gearbeitet hatte: “Küche, Bad, Wohnzimmer – und zum Fest kam der Weihnachtsmann hoch zu Ross, es war immer schön.” Schmiel gehörte mit Christiane Ludwig zu den allerletzten Mietern, die vor rund zehn Jahren den “Altbau” verlassen hatten und in die benachbarten sanierten Wohnblöcke zogen. “Ich bin froh, dass die Ruine endlich verschwindet. Wie sieht denn das aus? Wer will schon neben so einen Schandfleck ziehen? Vielleicht stehen in unseren Blöcken auch deshalb manche Wohnungen leer.”

Innenstaatssekretär Wilhelm ließ es sich gestern nicht nehmen, den Fördermittelbescheid persönlich in Zschadraß zu überbringen: “In der Vergangenheit hatten Kommunen bei abbruchreifen Gebäuden kaum Handhabe, sofern die Liegenschaften in privatem Besitz waren”, sagte Wilhelm: “Sachsen hat deshalb beim Landesprogramm ,Rückbau Wohngebäude’ den Fokus auf private Eigentümer gelegt.” Im Programm stünden in diesem Jahr 900 000 Euro zur Verfügung. Gefördert würden die nachgewiesenen Kosten, höchstens jedoch bis zu 50 Euro je Quadratmeter zurückgebauter Wohnfläche, hieß es.

Der Innenstaatssekretär zeigte sich gut unterrichtet über die Vorgänge in Colditz. Vielleicht lag das auch an seinem Bekannten, Johannes Freitag, der ebenfalls bei der Übergabe des Bescheids anwesend war. Freitag ist Chirurg in Dresden: “Ich war früher in Colditz mit Bürgermeister Matthias Schmiedel in die Schule gegangen. Ich bin mit ihm genauso befreundet wie mit dem Innenstaatssekretär, dem ich vor Jahren den Blinddarm entfernt hatte, und den ich seitdem über die Geschehnisse in meiner alten Heimat Colditz auf dem Laufenden halte.”

Sven Rozsahegyi, Prokurist der O. K. Haus- und Immobilienverwaltung, die in Kliniknähe 130 Wohnungen vorhält, kündigt den Abriss des Blockes Zschadraßer Hauptstraße 20 bis 26 zum Jahresende an: “Jedenfalls ist das eine Auflage.” Vor einigen Jahren hatte seine Gesellschaft bereits einen ersten Anlauf genommen, den verwaisten Block abzureißen. Doch damals sei der Fördermittelantrag ins Leere gelaufen. “Wir erhoffen uns von dem Abriss eine spürbare Aufwertung des Areals.”

Dezernent Dirk Rasch, Landtagsabgeordneter Svend-Gunnar Kirmes (CDU) sowie Stadträte verschiedener Fraktionen erlebten einen sichtlich bewegten Bürgermeister Schmiedel, der seine Kindheit als Arztsohn in Zschadraß verbrachte: “Früher waren Ärzte und Personal komplett im Klinikgelände ansässig. Das hat sich geändert. Inzwischen wohnen die Beschäftigten des Klinikums in der gesamten Region, die meisten Ärzte in den Großstädten.” Den aktuellen Förderbescheid wertet er als ein Bekenntnis zum Zschadraßer Standort mit über 400 Arbeitsplätzen. Natürlich hätte er lieber Fördergelder für einen Neubau entgegen genommen, so Schmiedel, doch müsse dem demografischen Wandel Rechnung getragen werden: “Selbst wenn angesichts des Abrisses manch einstigem Mieter schwer ums Herz wird, so bietet der Rückbau doch die Chance, die Attraktivität des verbleibenden Wohnbestandes zu erhöhen.”

Das sieht Bernd “Bimbo” Schneider ähnlich. Der 67-jährige einstige Pfleger wohnt in Sichtweite zur Ruine, die einst das Zuhause seiner Familie war: “Es tat weh, als dort zuletzt die Scheiben eingeworfen wurden. Insofern ist es gut, wenn der Block nun verschwindet.” Haig Latchinian

Bild: Vorm abzureißenden einstigen Wohnblock: Prokurist Sven Rozsahegyi, Innenstaatssekretär Michael Wilhelm, Landtagsabgeordneter Svend-Gunnar Kirmes, Mieter Bernd Schneider, Bürgermeister Matthias Schmiedel und Dezernent Dirk Rasch (v.l.).

Foto: Haig Latchinian

LVZ Muldental vom 14.05.2014

 

 

Fördermittel für das Jagdhaus Kössern

Am 12. Mai 2014 hat die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau von Schorlemer, auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Svend-Gunnar Kirmes das Jagdhaus in Kössern besucht.  

Frau von Schorlemer hat den Fördermittelbescheid für die dringend notwendige Sanierung des Jagdhauses an den Oberbürgermeister Matthias Berger und Vereinsvorsitzenden von „Das Jagdhaus e.V.“ Bernd Wagner übergeben.

Das Jagdhaus zu Kössern ist ein Barockbau des Oberhofjägermeisters Wolf Dietrich von Erdmannsdorff, Ältestenminister am Hofe des Kurfürsten Friedrich August I. Es wurde um 1709 von Matthias Daniel Pöppelmann geschaffen.

 

Um das von Leerstand und Verfall bedrohte Gebäude wiederzubeleben und zu sanieren, gründete sich im Jahr 2000 der Verein „Das Jagdhaus e. V.“ Seitdem hat sich das Jagdhaus zu einem weit über die Region hinaus anerkannten Zentrum kulturellen Lebens entwickelt. Konzerte und Lesungen, historische Führungen und Veranstaltungen, Trauungen und Hochzeiten, Seminare und musikalische Ausbildung führen tausende Menschen in das wunderschöne Ambiente dieses Denkmals.

 

Viele restauratorische Maßnahmen konnte der Verein selbst umsetzen und somit das Gebäudeensemble erhalten und verschönern. Aber eine Grundsanierung war dringend notwendig, da seit über 50 Jahren keine öffentlichen Mittel investiert wurden. Dach, Fassade und Haustechnik sind in desolatem Zustand, Trockenlegung, Wärmedämmung und Brandschutzmaßnahmen dringend erforderlich. Auch die im Original erhaltenen Stuckelemente und Deckenmalereien verfallen zusehends.

Nun jetzt kann die Restaurierung endlich beginnen.

46. Schönbacher Straßenlauf

Am 27.04.2014 fand der 46. Schönbacher Straßenlauf statt. 790 Läufer nahmen daran teil. So viel waren es noch nie in den 46 Jahren. Der Schönbacher Straßenlauf hat eigene Geschichte.  Im Jahre 1967 hat alles angefangen. Die Sportgemeinschaft Traktor Schönbach hat damals das 1. Radrundrennen organisiert und durchgeführt. Dies erwies sich aber als zu gefährlich und wurde ab dem folgendem Jahr bis 1990 als Rudi Arndt Gedenklauf jedes Jahr im Oktober veranstaltet. Ab dem Jahre 1991 ging man dann mit neuem Namen als Schönbacher Straßenlauf an den Start.

Der Schönbacher Straßenlauf hat sich inzwischen als einer  der beliebtesten Volksläufe nicht nur in der Region, sondern  weit über die Grenzen von Schönbach hinaus etabliert. Er zieht jedes Jahr, am letzten Sonntag im April, hunderte Kinder und Erwachsen aus dem neuen Leipziger Land, Sachsen und sogar dem ganzen Bundesgebiet an.

„Ich habe mich sehr gefreut so viele Laufsportbegeisterte hier zu sehen. Besonders habe ich mich über die glücklichen Kindergesichter im Ziel gefreut. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Organisatoren diesen Straßenlauf nicht umsonst veranstaltet haben und haben  so wieder Ansporn für das nächste Mal,“- so Kirmes.

Foto: Org.-Team Schönbacher Straßenlauf

 

Laien sorgen für ausverkauftes Haus

Grimmaer Ortsteil Nerchau feiert Ersterwähnung vor 1040 Jahren

Grimma/Nerchau. Ohne große Stars, dafür mit jeder Menge Herzblut feierten die Nerchauer am Sonnabend im Bürgerzentrum die Ersterwähnung ihres Ortes im Jahr 974. Laienkünstler warfen ihr Können in die Waagschale für das bunte Programm.
Kurzentschlossene hatten schlechte Karten. “Die Veranstaltung ist ausverkauft!” Die dicken Lettern prangten am Eingang des Bürgerzentrums. “Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass eine Veranstaltung in Nerchau ausverkauft ist, wir hätten gut und gern 50 Karten mehr unters Volk bringen können”, freute sich “Thomas von Nerchau” alias Thomas Glaser. Für das Mitglied des Organisationsteams, dem ferner Verena Mannschatz und Heimatvereinsmitglied Elke Weniger angehörten, war dies Bestätigung dafür, dass es nicht zwingend namhafter und kostenintensiver Akteure bedarf, um für Kultur auf dem Land zu sorgen. “Es gibt genügend begabte Nachwuchskünstler, denen man mit Veranstaltungen dieser Art eine Plattform geben kann und auch sollte, und ich denke und hoffe, dass dies nicht die letzte ihrer Art in Nerchau war und sie vielleicht sogar als Anregung für andere Ortschaften dienen kann”, so Glaser.
Begabte Nachwuchskünstler erheischten Beifall, etwa in Person von Zauberer Jacob Eisner, der Mädchengruppe “Déjà-vu” sowie dreier junger Männer, die in Anlehnung an die legendären “Comedian Harmonists” Klassiker wie “Mein kleiner grüner Kaktus” und “Veronika der Lenz ist da” zum Besten gaben. Mit Hits der 30er-Jahre überzeugten Sebastian Simon, Patrick Brückom und Maximilian Eckert – alle 22 Jahre alt – auf der Bürgerzentrum-Bühne. Autodidaktisch hatten die jungen Männer die Titel zuvor einstudiert. “Wir sind in der 9. Klasse anlässlich eines Tages der offenen Tür von unserer Musiklehrerin zu einem solchen Auftritt angeregt worden, und seitdem treten wir hin und wieder im privaten Rahmen auf”, erzählt Patrick Brückom.
Dagegen zählen die Akteure des Nerchauer Sportvereins, die sich gleich mit zwei ihrer Abteilungen – den Kunstradfahrern und den Turnerinnen – in das Jubiläumsfest eingebracht hatten, mit vielen öffentlichen Auftritten zu den Profis. “Dem Sportverein sind wir für sein großes Engagement zu besonderem Dank verpflichtet”, sagte Thomas Glaser. Darüber hinaus hätten fast alle Künstler ihre Bereitschaft zur Mitgestaltung erklärt, zudem hätten regionale Gewerbetreibenden gespendet. Auch Glasers Frau Jenny verzauberte die Jubiläumsfest-Gäste mit einer orientalischen Tanzdarbietung. Seit einem guten Jahrzehnt frönt die Stewardess diesem Hobby und gibt mittlerweile sogar Kurse an der Volkshochschule. “Durch ihren Beruf kommt sie regelmäßig in Regionen, in denen sie Anschauungsunterricht nehmen kann”, verriet Gatte Thomas das Geheimnis ihrer Professionalität.
Professionell, wie man es von einem Landtagsabgeordneten nicht anders erwartet, füllte auch Svend Gunnar Kirmes seine Rolle als Chronist “Gunnar von Sachsen” aus. “Die Nerchauer besitzen doch tatsächlich im positiven Sinn die Dreistigkeit, ihr Gründungsjubiläum vor dem der Stadt Leipzig zu feiern”, so der Grimmaer CDU-Landtagsparlamentarier.
Roger Dietze

LVZ Muldental vom 05.05.2014

Foto: R. Dietze

Flut-Versicherung: Experten fordern Hilfe für Härtefälle

Fachleute geben Sachsens Ministerpräsident Tillich Rückendeckung

Leipzig. In der Debatte um Versicherungsschutz in möglichen Hochwassergebieten erhält Stanislaw Tillich (CDU) Rückendeckung von Experten. Sachsens Ministerpräsident fordert zumindest für Neubauten eine Pflichtversicherung. Vor dem Hintergrund, dass vielen Flussanrainern von der Versicherungswirtschaft kein Schutz mehr angeboten wird, verlangen auch Fachleute eine wirksame Lösung.
Von Andreas Friedrich und Andreas Dunte
Für Ökonom Joachim Ragnitz macht eine Pflichtversicherung Sinn, Verbraucherschützer Betz plädiert für eine Versicherungspflicht, Risikoforscher Christian Kuhlicke fordert eine gezielte Hilfe für Flussanrainer. Die Modelle unterscheiden sich leicht, im Kern haben sie das gleiche Ziel: Wirksamen Schutz für Hausbesitzer in absoluter Flussnähe. Denen bieten die Versicherungen keine Policen an oder ihre Angebote sind unbezahlbar. Weil diese Grundstücke aber bei den nächsten Hochwassern wieder überflutet sein könnten, halten Ökonomen, Soziologen und Verbraucherschützer einen wirksamen Schutz für unerlässlich. Denn: Umgesiedelt werden können die Betroffenen nicht. Es handelt sich zum Großteil um Bewohner von Altstädten wie Grimma, Pirna, Döbeln und anderen Risikogebieten.
Für Joachim Ragnitz, Vize-Chef des Ifo-Instituts in Dresden, kann dies nur eine Pflichtversicherung leisten. Allerdings keine mit Einheitsprämien, sondern mit je nach Hochwasserrisiko differenzierten Beiträgen. Es sei nicht die Aufgabe des Staates, private Akteure vor Risiken zu schützen, wenn es privatwirtschaftliche Lösungen wie Versicherungen gebe. “Wenn es kein Hochwasser gibt, genießen die Immobilienbesitzer den schönen Ausblick beziehungsweise können höhere Mieten einstreichen. An diesen Vorzügen ist der Staat auch nicht beteiligt. Weshalb sollte er sich dann am Schaden im Fall einer Flutkatastrophe beteiligen?”
Durch eine solche würde auch der massiven Überbewertung der Immobilien entgegengewirkt. Durch den Automatismus staatlicher Hilfen bei Flutschäden sei der Wert dieser Häuser stark überhöht. Ragnitz spricht sich auch deshalb gegen staatliche Hilfen nach jedem Hochwasser aus, denn “dann erlahmt natürlich private Vorsorge, und letzten Endes gibt es auch keinen Anreiz dafür, sich privat gegen Flutschäden oder andere Naturkata- strophen zu schützen”. Eine Versicherungspflicht müsse daher nach Schadensereignissen und Risiken differenzieren.
Verfechter einer Versicherungspflicht ist auch Joachim Betz, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Sachsen. Er plädiert für ein Modell ähnlich der KFZ-Haftpflicht. “Alle Elementarschadenrisiken von Hochwasser über Sturm und Hagel müssten in eine solche Versicherung. Die Prämien werden abgestuft nach der Wahrscheinlichkeit eines Eintritts dieser Risiken berechnet.” Für den Fall, dass alle Risiken gleichzeitig eintreten, müsse der Staat eine Ausfallgarantie übernehmen. Das sei immer noch günstiger, als immer wieder Steuergeld für die Flut-Soforthilfe aufzubringen.
Auch Christian Kuhlicke, Experte für Risikomanagement am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig, mahnt, Härtefälle nicht allein zu lassen. Er führte im Rahmen einer Studie eine Befragung von Hochwasser-Betroffenen durch. Demnach sei die Mehrheit zwar versichert, zehn Prozent wollen oder können sich aus eigener Entscheidung eine Versicherung nicht leisten und zehn Prozent bekämen keine Versicherung mehr angeboten. “Das sind Bewohner von Altstädten, die kann man nicht umsiedeln, die werden also immer wieder von Hochwasser betroffen sein, denen muss man helfen”, so Kuhlicke. Möglich seien eine staatliche Kompensation im Schadensfall oder auch eine Versicherungspflicht mit differenzierten Beiträgen. Je größer die Hochwassergefahr, desto höher Versicherungsprämie und Selbstbeteiligung. “Nach dem Prinzip funktioniert das Versicherungssystem. Und es funktioniert für 80 Prozent der Kunden sehr gut”, so Kuhlicke. Doch es biete eben keine Lösung für Härtefälle an.
Für eine Versicherungspflicht ist nach Einschätzung von Experten jedoch eine große politische Überzeugungsarbeit nötig. Es muss klar gemacht werden, dass auch die fern jeglicher Flüsse wohnenden Versicherungskunden davon profitieren, in dem sie etwa gegen Hagel, Stürme oder andere Extremereignisse versichert wären.
@Das ausführliche Interview mit Joachim Ragnitz zu Hochwasser-Versicherungen und besserem Bürgerschutz: www.lvz-online.de/download

LVZ 22.04.2014

Tillich fordert bezahlbare Policen auch für Risikogebiete

Versicherungsgipfel in Dresden: Tillich fordert bezahlbare Policen auch für Risikogebiete. Der Landesvorsitzende der Sächsischen Union, Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat die Forderung nach einem bezahlbaren Versicherungsschutz gegen Hochwasser und andere Naturkatastrophen auch in besonders gefährdeten Lagen bekräftigt. „Der Abschluss einer Elementarschadenversicherung muss auch in hochwassergefährdeten Gebieten zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen möglich sein“, sagte Tillich am Montag bei einem Spitzengespräch mit der deutschen Versicherungswirtschaft in Dresden. „Entscheidend ist dabei weiterhin, dass Versicherer und zu Versichernde sich an einen Tisch setzen, um auch in schwierigen Einzelfällen noch Lösungen zu finden.“ „Wenn sich kein anderer Weg abzeichnet, müssen wir auch über eine Pflichtversicherung sprechen, die solidarisch alle einschließt“, sagte Tillich weiter. Er verwies auf eine von der Justizministerkonferenz Ende 2013 eingesetzte Arbeitsgruppe. Deren Auftrag ist es, die rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten einer größeren Verbreitung von Elementarschadenversicherungen einschließlich einer Versicherungspflicht für solche Schäden auszuloten. In dem Zusammenhang schlug Tillich – als eine denkbare Variante – eine Gebäudeversicherung vor, die in jedem Fall auch den Schutz gegen Naturgewalten einschließt. „Die Versicherungsunternehmen sollten darüber nachdenken, künftig eine Gebäudeversicherung inklusive Schutz gegen Elementargefahren anzubieten, der anders als bislang nicht abgewählt werden kann.“ Er verwies darauf, dass in Deutschland hohe Schäden nicht allein durch Hochwasser verursacht würden, sondern beispielsweise auch durch Hagelstürme oder durch Starkregen ausgelöste Erdrutsche. An dem mittlerweile dritten Versicherungsgipfel nahmen außer Vertretern von Versicherungswirtschaft und Staatsregierung auch Verbraucherschutzexperten sowie Vertreter von Kommunen, Landkreisen und der Wirtschaft teil. Bereits 2010 und 2011 hatte es solche Spitzengespräche gegeben. Sachsen ist im vergangenen Jahr erneut von einer Hochwasserkatastrophe getroffen worden. Die Juni-Flut richtete vielerorts schwere Schäden an. Tillich sagte, „der Hochwasserschutz in Sachsen hatte und hat weiter Priorität.“ Er erinnerte dabei auch an eine gemeinsame Bundesratsinitiative mit dem Freistaat Bayern, die auf eine Beschleunigung von Hochwasserschutzmaßnahmen abzielt. Neben weiteren Verbesserungen beim baulichen Hochwasserschutz gehe es darum, das Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung für Naturgefahren weiter zu schärfen. Angesichts von immer häufiger auftretenden extremen Ereignissen wie Überschwemmungen und Stürmen gelte es, die Eigenvorsorge noch stärker in den Blick zu nehmen. Sachsen werde daher auch die gemeinsame Informationskampagne mit der Versicherungswirtschaft fortführen. „Jedem Hauseigentümer und jedem Unternehmer muss klar sein, dass nicht automatisch der Staat finanziell einspringen kann, wenn sich Naturkatastrophen ereignen“, mahnte Tillich. Für die Betroffenen der Juni-Flut gebe es auch dank Bund und Europäischer Union finanzielle Unterstützung in großem Umfang. „Ob und in welchem Umfang der Staat künftig finanziell helfen kann, kann aber nicht prognostiziert werden. Private und Unternehmen, aber auch Kommunen sollten daher vorsorgen. Dazu zählt auch die Absicherung von Elementarschäden. Die individuelle Eigenvorsorge geht vor staatlicher Hilfe.“

Zukunft Heimat

Früher lagen zwischen „zu Hause“ und dem Rest der Welt ganze Tagesmärsche, wochenlanges Reisen mit der Kutsche oder wenigstens sehr lange Zugfahrten. Heutzutage sieht es anders aus.

Am 27. März 2014 fand in Grimma eine Veranstaltung  der Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Svend-Gunnar Kirmes zum Thema „Zukunft Heimat“ statt.

In seiner Eröffnungsrede betonte der Abgeordnete, dass  der Begriff „Heimat“ heutzutage unterschiedlich verstanden wird. Was bedeutet eigentlich „Heimat“?  Ist es ein Ort, ein Geruch, ein Gefühl? Kann man mehr als eine Heimat haben? Die Frage lässt sich nur individuell beantworten und doch hat die eigene Deutung des Begriffs Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Es lohnt sich, über ein modernes Heimatverständnis nachzudenken.

Über dieses Thema, unter anderem welchen Beitrag Schule zur Auseinandersetzung mit Heimat bzw. Heimatgeschichte leisten kann diskutierte an dem Abend Herma Lautenschläger, Fachlehrerin am Gymnasium St. Augustin und Peter Henig, ehemaliger Schulleiter am Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium.

„Die Veranstaltung war sehr gut besucht, ich habe gestaunt. Der Begriff „Heimat“ hat nach wie vor große Bedeutung für die Menschen“, – so Kirmes.

28.03.2014